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Trip to Asia

Für den neuen Dienstagsartikel habe ich den ganzen Abend den Film Trip to Asia nebst Begleit-DVD angeschaut. Vor zwei Jahren im Kino, da war ich überzeugt, eine Menge Allegorien zum Tango entdeckt zu haben. Das hat sich beim zweiten Anschauen auf ein paar Zitate reduziert – eine bescheidene Erfahrung.
Die Rahmenhandlung zu Trip to asia ist eine Asientournee der Berliner Philharmoniker mit ihrem Dirigenten Simon Rattle. Aber es geht vielmehr darum, wie so ein weltbestes Orchester mit all seinen Energien funktioniert: Dirigent, Orchester, Individualitäten, Gemeinschaftssinn, Überzeugungen, Unterordnungen, Entscheidungsprozesse, Werte; Facetten einer westlichen und Facetten einer östlichen Kultur, die sich begegnen.

Scheiß Stuhl. – Sind alle unglücklich? Super, dann fangen wir an.

Komm: Um Leidenschaft zu kennen, musst du Leiden gelernt haben. Das kennen doch Tangueros.

Das entscheidende bei uns ist, dass Musik Interaktion ist und nicht Wiedergabe eines perfekt eingeübten Stückes.

Komm.: Auch Tango ist Interaktion.

Du musst dich auf der Bühne verwandeln, in wen auch immer.

Komm.: Und ebenso auf der Piste. So inspirierte mich am Wochenende eine Tanguera dazu, mich in einen Wald zu verwandeln. Gigantisch! non-verbal während einer Tanda.

Das besondere ist, wenn Musik anfängt zu atmen, dann ist die Zeit irgendwie ausgeklinkt.

Komm.: Stimmt, wenn der Tango anfängt zu atmen, das ist schon etwas Besonderes.
Einige Protagonisten aus dem Orchester werden durch den Film begleitet, der Zusammenschnitt ihrer bilderreichen Umschreibungen ist eine Annäherung an das Unaussprechliche: Wie das Geheimnis von Musik geschieht, jenseits von Noten abspielen. Über etwas zu sprechen und zu wissen, dass es nicht aussprechbar ist, das hat dann doch recht viel mit Tango zu tun.

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