Posts Tagged 'Tango'

Tango und Fußball

Es ist nicht zu übersehen: Der Fußball wirkt in diesen Tagen nicht nur auf das öffentliche Leben, er lässt auch beim Tango seine Spuren. In diesen Wochen scheint es nicht ganz so volle Tanzflächen zu geben …
Ich verweise mit Vergnügen auf einen Artikel, den ich vor 4 Jahren geschrieben habe. Vor dem Ball ist nach dem Ball
Ein weiterer Ansatz, den Fußball in eine Tangoshow mit hinein zu nehmen, gestalten hier Enrique und Judita (El sueno del pibete)

Auf Facebook habe ich noch dieses sehr nette Video entdeckt.
Tangosommer
von Giovanni Pandullo.

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Floorcraft und Codigos – das Verhalten auf der Tanzfläche

Ein Beitrag in einer virtuellen Diskussion um das Thema „Verhalten auf der Tangotanzfläche“ brachte es auf den Punkt: ‚In Argentinien würde man sich wohl schlapp lachen, wenn man für die wenigen einfachen Regeln diesen Aufwand an Flyern, Diskussionen, Workshops, … betreiben würde. ‚ Und in der Tat, auch ich assoziiere das aufgeregte Hin und Her eher als das Ereifern von Studienräten, als das Verstehen der Ereignisse auf der Tanzfläche.
Was es mir schwer macht darüber zu schreiben ist dieses: Beim Verhalten auf der Tanzfläche handelt es sich um non-verbale Vorgänge, die mit sprachlichen Mitteln nur andeutend erklärt werden können.
Ein in meinen Augen sicher gut gemeinter Versuch ist ein im Internet verbreiteter und beliebter Flyer. Er wendet die Idee der Straßenverkehrsregeln auf den Tango an. StVO-Tango Du sollst, du darfst nicht, etc. Wer schon mal versucht hat, sich konsequent (!) an die StVO zu halten, weiß auch um den Effekt derselben: Zustimmung bei denen, die sich sowieso schon daran halten. Negieren bei denen, die es schon immer besser wussten. Und natürlich auch dieses: Das bißchen Regelverstoß tut niemandem weh. Im Straßen- wie Pistenverkehr.

So ist auch klar, warum man immer wieder Zustimmung zu diesem Flyer und ähnlichen Beiträgen lesen kann: Es sind Gleichgesinnte, die sich beim „Gefällt mir“ treffen und verbünden, Anderstanzende, also die Regelverstoßer und eigentlichen Adressaten realisieren bestenfalls „jaja, stimmt schon“ und denken sich, mich geht das ja nichts an, schließlich tanze/unterrichte ich schon seit xx Jahren. Letzteren Halbsatz erlebe ich für Einzelne als Freibrief, unkontrollierte Rückwärtsschritte, belehrende Gespräche und anderen Blödsinn auf die Tanzfläche zu bringen. Und wie komme ich an diese gefährlichen Tänzer heran? Über Flyer, Ermahnungen o.ä.? Eher nicht.

Ich möchte mich aber nicht aufregen ohne wenigstens einen Ausblick anzubieten, der das Thema auf heitere Weise aufgreift: Aus Kanada kommt die erfrischende Idee mit Comics auf das ein oder andere Tanzverhalten hinzuweisen. Selbstredend. Ob die Zieladressaten das verstehen, sei mal dahin gestellt. Aber mir gefällt dieser leichte, frankophile Stil einfach um ein vielfaches besser als der moralinsaure Ge- und Verbotestil.
Deshalb stelle ich hier gerne ein paar dieser Bilder vor (Trouver L’erreur = Finde den Fehler)
dt= Finde den Unterschied

dt= Finde den Unterschied
Herzlichen Dank und Quelle: http://www.lespasparfaits.blogspot.ca/ bzw. LesPasParfaits bei Facebook
Les Pas Parfaits = Die perfekten Schritte

Mit geschlossenen Augen – Getanztes Verlangen

Ein wunderbarer neuer Tangofilm ist entstanden:

Getanztes Verlangen

Tänzer aller Schattierungen, seien es große Maestros, lokale Tangolehrer, Vereinsvorstände und Milongabesucher drücken ihre Beobachtungen, Erfahrungen, Erkenntnisse aus. Diese Interviews und Gespräche wurden von der Regisseurin Simonetta Rossi zusammen mit Tanzszenen sehr eindrucksvoll geschnitten, so dass eine dichte Atmosphäre an Eindrücken zum Tango entsteht. Es geht um die Herkunft des Tango und um Tango Nuevo, um Veränderung, um Beziehung, um Szene, um ausgelöste Katastrophen,…. und natürlich: um den Tanz. Der Film beeindruckt mich durch seine Schönheit, dem Spiel mit verschiedenen Tempi der Sequenzen und den verschiedenen Tangoenergien, die versucht werden, mit diesem Medium zu transportieren.


Zu sehen:
29. April 2011 auf ARTE, 10 Uhr
8./9. Mai, Griechisches Filmfestival in Athen, MCF, jeweils 20 Uhr
16. Mai, Mailand, Apollo, 20 Uhr
(ohne Gewähr)

Im ARTE-Archiv gibt (oder gab) es den Film hier zu sehen: Getanztes Verlangen

Rein in den Herbst mit Büchern, Tango und Liebe

Es kommt die Zeit, da mag ich gerne wieder das Bloggen aufnehmen. Ich habe ja eine Publikationspause mit der Sommerhitze (Ja, die gab’s wirklich im Juli!) begonnen und danach nicht recht zum Schreiben zurück gefunden. Der ein oder andere Anlass in den letzten Tagen gab mir den Anschub mich wieder dem Blog und den Lesern zu widmen.
Ja, und da danke ich zunächst einmal euch, die ihr immer wieder mal vorbeigeschaut (oder sagt man „vorbeigeklickt“?) haben. Zu den Fragen der letzten Wochen:

– Ich habe weder Noten zu Sway noch zu Yumejis Theme, wünsche aber viel Erfolg bei der Suche.

– Und nein, es gibt hier keine Artikel zu Tango&Sex, Erotik, etc. Dazu fehlt mir die Gabe, die richtigen Worte zu finden, andere können das aber sicher. Einfach mal im Internet oder in der Buchhandlung nach erotischen Geschichten suchen, kann leider keine Empfehlungen abgeben.

– Zu dem Bühnenstück El Sonido de las caricias (Der Klang der Zärtlichkeit): In den Weiten des Internets klingt an, dass dieses Stück nächstes Jahr wieder an verschiedenen Orten in Europa aufgeführt wird. Wenn es konkret wird, werde ich das hier sicher bekannt geben, diese Infos sind aber natürlich am besten bei der Tanzkompanie selbst zu erhalten.

In wenigen Tagen beginnt die Frankfurter Buchmesse, und es sollte ja eines Bloggers Impetus sein, dabei zu sein, insbesondere, da ich ja den Tango als Schwerpunkt habe und Argentinien der Schwerpunkt in Frankfurt sein wird. Wie bietet sich da Ergänzung und Verknüpfung der Medien an! Aber, ich habe schlicht und einfach keine Möglichkeit, mich mit Frankfurt zu beschäftigen, bin dafür um so neugieriger, was während und nach der Buchmesse alles geschieht.
Vorab stelle ich nun gerne einen spanischen Trend einer neuen Unterhaltungsform vor:

Schöne Grüße, schaut einfach ab und zu vorbei oder abonniert diesen Blog über das RSS-Zeichen in der rechten Spalte.

Wer zu spät kommt,…

… für den hat das Tangoleben mehr als genug noch übrig….
Es war einmal die Idee eines Tangofestivals, das anders sein sollte. Ein Camp mit Zelten und Schlafsälen und ohne Kristalleuchter. Ein Ort, an dem die einen Tangueros ihrer Kreativität ihren unkonventionellen Ideen austoben konnten. An einem Ort, den die regionale Jugend aufgrund der Schildkröte kennt. Wenige haben sich dafür interessiert. Ganz am Anfang. „Das Woodstock des Tango“, so raunte man quer durchs Land, aber damit konnte man Anfang des 21. Jahrhunderts keine Katze mehr hinterm Ofen vorlocken. Letztlich wurde dieses Tangocamp
Phantastango by nightvon den Gästen überrannt und dies setzt sich Jahr für Jahr fort. Eine Erfolgsgeschichte im Tango und die Organisatoren dürfen sich nun auch um die Steuerung des Besucherandrangs kümmern. Phantastango geht nun in die fünfte Auflage, die Plätze waren innerhalb einer Stunde komplett ausgebucht. Man konnte online das Dahinschmelzen der freien Plätze mit verfolgen und muss sich nun überlegen, ob Phantastango von seinem Erfolg überrollt wird. Unfassbar für viele Veranstalter, die immer wieder zittern, ob ihr Festival überhaupt stattfinden kann. Wer jetzt keinen Platz bekommen hat und sich nach Phantastangofeeling (oder einem Teil davon) sehnt, dem lege ich folgende Veranstaltungen (ohne Gewähr, Versprechen) ans Herz:
Auftakt Veckenstedt, mehrmals im Jahr
Tangosause Bremen, Herbst
Ponderosa-Ranch, Sommer
Taboe Camp, Sommer, Winter
– Diverse Tangomarathons, überall und immer wieder
– … Weitere Vorschläge sind willkommen.

Ansonsten gilt: Gründet eigene Phantastangos!

Die für mich wichtigsten Kennzeichen von Phantastango:

  • Tanzen, Schlafen, Essen an einem Ort
  • Mitgestaltung der Teilnehmer an der Gestaltung: Programm, Küche, Sauberkeit
  • Der Veranstalter stellt den organisatorischen und infrastrukturellen Rahmen und regt die Teilnehmer zur Mitorganisation an.
  • Die Teilnehmer lösen auftauchende Probleme und Aufgaben in erster Linie selbstständig.
  • ….

(Tangosohle ist mit keiner der genannten Veranstaltungen verwandt, verschwägert oder daran beteiligt. Höchstens hie und da möglicherweise als Tänzer und aktiver Teilnehmer)

Naivität und Mut

Das, so meint Michael Groß in der neuen Ausgabe der Tango Danza (2/2010, S.33/34), braucht die Szene der Tangolehrer, wenn sie sich selbst organisieren will. Und damit hat sie beim schon angekündigten Erfurter Tangolehrer-Treffen dieses Projekt erneut in Angriff genommen und ist dabei scheinbar einen guten Schritt weiter gekommen. Die Notwendigkeit liegt auf der Hand: Ein Tobuwahobu an Unterrichtsqualitäten, von selbstgestrickten Tangowahrheiten gar nicht zu reden, ungeklärte rechtliche Fragen, die Frage nach Professionalität, etc.
Herr Oswald hat vor ein paar Wochen in diesem Blog bereits seine Streitschrift zum Thema Unterricht vorgestellt, und fragte sich wie Michael Gross:
„Aber warum verlieren trotzdem so viele andere Schüler die Lust an der Sache?“
Die soll ja doch möglichst erhalten werden und so ging es an diesem Wochenende also um das hohe Thema der Didaktik des Tangounterichts. Angesprochen waren die Tangounterrichtenden, die „an einer Verbesserung ihres Unterrichts interessiert sind.“ Damit war der Kreis schon mal eingegrenzt. Die wichtigsten Ergebnisse werden wohl in der Erfahrung der Teilnehmer gespeichert sein.

Der Anspruch „Ein guter Lehrer muss von seiner Person absehen“ gilt bei weitem nicht nur für Lehrer des Tango Argentino, wie bei den derzeitigen gruseligen Offenbarungen über falsch verstandene Lehrer-Schüler-Nähe deutlich wird. Allerdings muss der Satz m.E. noch weiter ausdifferenziert werden, denn die Gegenthese lautet ‚Lehrer sind keine Heiligen und müssen ihre Menschlichkeit auch darin zeigen, dass sie ihre fehlende Perfektion akzeptieren‘. Tangolehrern könnte man also erstmal zurufen: Nimm deine Schüler und ihren Wissensstand ernst. Verwende den Unterricht nicht als Plattform für deine Weisheiten, diese kannst du immer noch auf deiner Homepage oder in einem Buch kundtun.

„Motorisches Lernen braucht Zeit“ – Eine wunderbare Beobachtung und ich kann Michaels Vorschlag nur zustimmen, dass Tangolehrer sich bei Fachleuten für Orthopädie und Bewegungslehre kundig machen sollten. Pilates und Feldenkrais haben bereits in Studios und auf Festivals berechtigten Einzug gehalten.

Sabines „Tangospiele“ halte ich für eine fantastische Methode der Annäherung an den Tango, die Elemente spielerisch erfahren lässt. Kollegin Carmen hat vor ein paar Tagen witzige Beispiele gepostet, ich selbst weiß, dass auf den Festivals Phantastango und Taboe Camp (möglicherweise auch auf anderen) in Tangolaboratorien o.ä. solche Tangospiele durchgeführt werden. Und ganz aktuell findet sich das Thema auf einer Berliner Karfreitagsmilonga wieder.
Die Paare müssen unter verrückten Vorgaben vortanzen. Passend zu Ostern gibt es kleine eiförmige ca. 1m² grosse Flächen, in denen die Paare einen ganzen Tango tanzen. Oder sie balancieren auf einer Linie oder oder…

Bei Teatro Tango werden zwar keine Tangospiele gemacht, Grundelemente des Tango wie Nähe, Distanz, Führen, Folgen werden mit Methoden des Körper- und Bewegungstheaters in einer bewegenden Tiefe erfahren und bereichern das Tanzverständnis von Tangotänzern immens.
Es gibt also viele kleine Orte, an denen sich die Qualität des Tangounterrichtens weiterentwickelt und ich wünschen allen ein gutes Gelingen.

Weitere Artikel in der neuen Tango Danza möchte ich nur kurz erwähnen. Kollege Cassiel setzt seine Reihe mit Tangotypen mit „Dieter“ fort, diesen Originalbeitrag kann man hier auch kommentieren.
Auch die zweite Glosse lässt schmunzeln, man möchte meinen, dem Herrn Verteidigungsminister werden Tangokenntnisse abgesprochen. Aber wissen wir’s wirklich?
Ich begrüße die Glossen in der Tango Danza sehr, mögen sie oder zumindest der Humor erhalten bleiben. Die meisten übrigen Artikel handeln wieder einmal von tollen Leuten, tollen Orten oder tollen CDs.

Der Cabeceo des Abends

Der Cabaceo als erlerntes Spiel der Tanzaufforderung wird an vielen Orten thematisiert, so auch in diesem Blog. Meine ganz persönliche Erfahrung: Mal funktioniert er, mal ist er überflüssig, mal wird er nicht verstanden und mal ist einzigartig.
So ging ich also langsam am Rand der Tanzfläche entlang, immer auf der Suche nach Augenkontakt. Etwa 5m vor mir traf mein Blick eher beiläufig auf zwei Augen, die sich gerade vom Boden gelöst haben. Ich festigte also meinen Blick, doch schwups – sah ich nur noch den Hinterkopf. Dann eben nicht. Nach zwei Schritten war ich an der Tänzerin angelangt, ging vorbei und sah im Winkel gerade noch eine Bewegung – sie erhob sich. Ich verlangsamte also meinen Gang, drehte mich in Tanzrichtung. Die angebotene Tanzhaltung nahm sie an, kein weiterer Blick, kein Wort. Schönes Tanzen. Irgendwann ein Danke. Punkt.
Ist das Cabaceo? Und Tango?
Ein Mir fehlen bei deinem Tanz die Worte. Oder ein wozu sollen wir dabei reden. Oder ein na gut, was Besseres wird heute nicht mehr kommen.
Ich suche keine Antworten, aber es ist immer wieder interessant, sich Fragen neu zu stellen.


… und seit wann

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