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Wochenendklänge: Yumeji’s Theme

Irgendwie will sich bei mir noch immer kein auditiver Abnutzungseffekt einstellen. Obwohl dieser Titel immer öfter auf Milongas zu hören ist, aber auch im Balett, in der Werbung,…
Aber noch höre ich diese Spannung vor dem Ansatz an vielen Stellen, gehe mal mit dem Rhythmus, mal mit der Melodie, mein Atem ändert sich und es ist ein Wunderbares in einer schon vorhandenen Tanzbegegnung von YT überrascht zu werden.

Er ist dem Film In the Mood of Love von Wong Kar-Wai entnommen, durch den sich eine Zartheit des einander Suchens zieht. Schauspieler, Musik und Kamera ziehen mich mit ihrer Ruhe, ihrer Schichtheit immer wieder in Bann.
Chow Mo-Wan (Tony Leung) und Su Li-zhen (Maggie Cheung; Elbnymphe fiel der häufige Kleiderwechsel ins Auge und sie weiß auch von 46 Kleidern allein für diese Frau und diesen Film) treffen sich 9 mal auf verschiedenste Weise, Yumeji’s Theme begleitet diese Begegnungen. Der Ohrwurmeffekt ist also schon vorbereitet.

Der verführerische Walzer, der mit seinen Saitenarrangements verzaubert, symbolisiert die vorsichtigen, romantischen Schritte der männlichen und weiblichen Tänzer. Der Rhythmus des Tanzes verkörpert das Paradox aus Leidenschaft und gesellschaftlichem Pflichtbewusstsein, dem sich beide Geschlechter unterordnen. (DVD-Text)

Takehisa Yumeji
Postcard by Takehisa Yumeji, 1913

Takehisa Yumeji (1884-1934) zeichnete die Schönheiten seiner Zeit und genoss große Popularität, jedoch keine Anerkennung in Fachkreisen. Museen mit seinen Werken stehen z.B. in Okayama oder Tokyo.

Seijun Suzuki drehte 1991 einen halb-fiktionalen Film über Yumeji. Und der Filmkomponist, ehemaliger New Wave Musiker, Shigeru Umebayashi komponierte besagten Titel, der auf Youtube einige Mitmenschen dazu inspiriert eigene Filmschöpfungen bzw. Bildsequenzen zu kreieren.

Es gibt gerade einen aktueller Titel von Shigeru Umebayashi: George’s Waltz, ist in dem Film „Single Man“ zu hören.

Noch einmal zu Yumeji’s Theme, eine akzeptable Bearbeitung im Enrico Morricone Verschnitt ist ganz lustig anzuhören, erreicht aber nicht die Schönheit des Originals.

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