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Echter Tanzautomat

Es gibt ihn also, den Tanzautomat. Für wen, das überlasse ich der Phantasie der geschätzten Leser.

Auf der letzten Reise, da griff ich neulich dann doch zur Bahnillustrierten, und siehe da: In der Roboterforschung ist am Rande auch der Tanzautomat ein Thema. Warum das Paradestück allerdings eine Tänzerin sein soll, verschließt sich meiner Erkenntnisfähigkeit.

Da gefallen mir die Zwerge mit ihren japanischen Fächern doch besser, da sie mit ihrer Vorführung etwas authentischer herüber kommen.

Offensichtlich auf einer russischen Messe wurde dieser Gruppentanz aufgeführt.

Und dann fand ich noch diesen Paartanz auf der Straße.

Am obligatorische Musiktitel zum Thema führt kein Weg vorbei, mit einem Touch
Das ist die zweitschönste Version, die ich kenne. Die schönste höre ich gerne im Dalia, das ich viel zu selten besuche.

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Keine Tanzautomaten

„Nächstes Jahr engagier ich für unseren regelmäßigen Ball echte Taxitänzer“, so flüsterte mir neulich ein Veranstalter zu. – Bitte? So ne Art Escortservice? – Natürlich nicht und er habe das auch schon mal gemacht. Eine gewöhnungsbedürftige Situation, wenn plötzlich eine Frau mit den Worten „Ich hab dich gebucht“ kommt. Zu Callboyaktivitäten sei es nicht gekommen. Natürlich nicht, wer denkt schon daran.

In der Geschichte wird von weiblichen Taxitänzern um 1900 (?) in den Academias
Qu

bzw. Peringudines berichtet.

Ein paar Tage später jedenfalls lese ich von einer „Ladiesweek“ – eine Woche Tangotechnik für Frauen -, da bietet der Veranstalter Taxitänzer für allein anreisende Tangueras an. Damit es auf den Milongas am Abend auch wirklich klappt. Klappen soll es auch auf den Ballabenden eines britischen Tangofestivals, wo frau Taxitänzer buchen konnte/kann? Anonym, diskret.
In den Diskussionen bei Kollege Cassiel macht sich Stirnrunzeln breit.
In Buenos Aires gibt es eine richtige Agentur, die Taxitänzer (und weitere Dienstleistungen) vermittelt. Von den freischaffenden Taxitänzern ganz zu schweigen.

Wer als Veranstalter oder Agentur Taxitänzer anbietet, der hat die Situation alleinreisender Tangueras im Blick: Statt Sit&Smile zu praktizieren oder mit

Muss das sein?Qu

Nie wieder Sit and Smile!


unmöglichen Tänzern zu tanzen, soll die Zeit effektiv genutzt werden, die Qualität des Abends verdichtet werden. Der Aufwand für einen Festivalbesuch, eine Tangoreise ist schließlich nicht unerheblich. Fahrt, Übernachtung, Eintritte können gut organisiert werden, da schließen Taxitänzer die Lücke der unberechenbaren Tanzzeit.

Das hat zwei Aspekte: Einerseits sind manche Tangueras warum auch immer (das ist ein ganz eigenes Thema) so verunsichert, dass sie mit der gezielten Planbarkeit von Tanzabenden einfach ein besseres Gefühl haben. Die Sicherheit, aufs Parkett zu kommen. Andererseits fehlen dann einige Aspekte des Sozialen: Spannung, Frustrations- und Glückserfahrung, Wahrnehmung des Augenblicks, sich auf Unbekanntes einlassen bekommen viel schwächere Ausprägungen. Man bewegt sich in dem Trend, Leistung zu zeigen, Zeit zu verdichten um sie effektiv und zielorientiert zu nutzen, also das, was viele in Beruf und Verein häufig erleben. Zum einerseits gehört dagegen, frau hat möglicherweise nicht nur einen guten Tänzer, sondern auch einen guten Gesprächspartner, Insider, Tangoreiseführer, Kulturvermittler.
Bucht man einen Taxitänzer, muss das peinlich sein? Oder zeigt man eher Mut? Kann man öffentlich dazu stehen?

Und wie ich so meine Gedanken mache, ob Taxitänzer wohl was Gutes oder Verwerfliches oder ob das nicht jede tanguera einfach für sich entscheiden soll, erfahre ich von der Milonga einer Tanzschule: Die Veranstalter engagieren aus ihren Kursen fortgeschrittene Tänzer. Diese haben die Aufgabe, ständig aufzufordern, auf zu lange sitzende Frauen zu achten, ein Mitleidsgefühl gar nicht entstehen zu lassen. Der „Padre Tanguero“ hinter der Bar dirigiert im Zweifel seine Jungs. Dafür gibt’s Preisnachlässe für Kurse und Milongas. Nenn sie Taxitänzer oder Eintänzer oder Kümmerer, sie treten als Tänzer auf, keiner weiß was, keiner muss sich Gedanken machen und alle sind glücklich.
Das könnte eigentlich jeder Veranstalter und sowieso jeder Verein auf die Reihe kriegen.

Taxitänzer Qu

Taxitänzer auch im Tanzsport

Der besagte Ball übrigens, für den vielleicht Taxitänzer engagiert werden sollen, hat das ach so häufige Phänomen, dass die wenigen tangueros hauptsächlich ihre bekannten tangueras auffordern. Immer mehr tangueras bleiben fern, und ob es den Ball noch gibt, bis mal Taxitänzer kommen, sei dahin gestellt.


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