Posts Tagged 'Führen-Folgen'

Followers Lead (II)

Heute wieder ein paar Gedanken zu Folgen und Führen. Je mehr ich mich damit beschäftige, desto weiter wird dieses Feld. Jeder Stein und jede Furche durch wen auch immer beigetragen, gestaltet mit an der Suche nach der richtigen Frage: Wie Führen bzw. Folgen im Tango zu verstehen sei. Ob das überhaupt die richtigen Worte sind oder diese viel zu leicht mißverständlich sind.

Das Musikstück Sway, das mittlerweile bei mir zum Ohrwurm geworden ist, erzählt davon, von dem, was wir Führen nennen: Beeinflusse mich. Bring mich dazu etwas zu tun, von dem wir beide vorher nicht wussten, dass es möglich ist. Nutze deine magische Technik! Das erinnerte mich an eine Tanzbegegnung vor ein paar Jahren. Die Tänzerin atmete während eines Tangos plötzlich schneller, ihr linker Arm zog mich näher an sich. Einfach so, irgend etwas musste (für sie) geschehen sein. Ich ging darauf ein, genauer: mein Tanzkörper. Genoss tiefer, schritt entschiedener. Da wir uns schon länger angewöhnt hatten, ab und zu uns und unser Tanzen zu reflektieren, fragte ich, was an dieser Stelle denn gewesen sei. „Du hast den Tonartwechsel getanzt, das hat einfach mehr als gepasst“, so die Antwort.
Ah!
Nun, dies war mir zwar nicht bewusst, aber ich nahm es zum einen so hin. Zum anderen war es ein Auftrag an das Hören und diesem zu gestatten, den Tanz zu beeinflussen, auch ohne dass ich das analysierend beschreiben kann, was musikalisch geschieht. Eigentlich nichts Neues, aber eine wunderbare Erfahrung.

Führen – etwas bewirken, etwas beeinflussen, auf jemanden wirken, eine Absicht vermitteln,…
Die Subtilität kann gar nicht fein genug sein, und – beide Tanzpartner können diese Form der Führung anwenden. Das aktive Folgen verlangt entsprechend eine hohes Maß an Wachheit. Und beide müssen darauf achten, wozu der andere gerade in der Lage ist. Ich höre einen Tangolehrer, der gerne sagt, es gibt kein Führen ohne Folgen und es gibt kein Folgen ohne Führen.

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Followers lead (I)

Meine erste Erfahrung mit einer führenden tanguera machte ich als zarter Tangofrischling. Ich bedankte mich bei der fabelhaften Tänzerin für die Runde und entschuldigte meine unzulänglichen Kenntnisse, es sei für sie wohl eher langweilig gewesen. Ganz und gar nicht, so die Antwort, ich wollte ausprobieren, ob du das führst, was ich will, es hat großen Spaß gemacht. Lächelte, sprach’s und verschwand.
Jahrelang beschäftigte mich die Frage, wie sie das wohl bewerkstelligt hat, dass eine Folgende führen kann. Die Begriffe Folgen und Führen habe ich anfänglich nur mechanisch begriffen (Mann schiebt, Frau gibt nach). Eine Antwort fand ich nun bei Carlos Gavito

… the woman has more fatale impact and control then the leading man. The woman can activate a series of “body signals”, bit by bit, like a soft laugh or perhaps coming closer, which ignite the curiosity of the man thus lightning him up, if she wants. To be effective, the leader must also involve a degree of flexibility, improvising, that of being able to harmonize and synchronize with the partner. Every move is according to the partner’s response. The main goal, the know why, is to build an intriguing bond with the partner, reaching a genuine connection while dancing.

Ob ich damals flexibel und improvisieren konnte, sei mal dahin gestellt. Aber sicherlich hat sie mich im nano-Bereich beeinflusst, damit ich in Dezimetern reagiere und sie wiederum meterweite Voleos ausführen konnte.
Was Gavito hier sagt ist einfach genial, es lassen sich noch viel mehr Rückschlüsse daraus ziehen, ich belasse es mal bei meinem Erlebnis und bin neugierig, was andere Tangueros diesbezüglich erlebt haben.


… und seit wann

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