Archive for the 'Tango' Category

Mit geschlossenen Augen – Getanztes Verlangen

Ein wunderbarer neuer Tangofilm ist entstanden:

Getanztes Verlangen

Tänzer aller Schattierungen, seien es große Maestros, lokale Tangolehrer, Vereinsvorstände und Milongabesucher drücken ihre Beobachtungen, Erfahrungen, Erkenntnisse aus. Diese Interviews und Gespräche wurden von der Regisseurin Simonetta Rossi zusammen mit Tanzszenen sehr eindrucksvoll geschnitten, so dass eine dichte Atmosphäre an Eindrücken zum Tango entsteht. Es geht um die Herkunft des Tango und um Tango Nuevo, um Veränderung, um Beziehung, um Szene, um ausgelöste Katastrophen,…. und natürlich: um den Tanz. Der Film beeindruckt mich durch seine Schönheit, dem Spiel mit verschiedenen Tempi der Sequenzen und den verschiedenen Tangoenergien, die versucht werden, mit diesem Medium zu transportieren.


Zu sehen:
29. April 2011 auf ARTE, 10 Uhr
8./9. Mai, Griechisches Filmfestival in Athen, MCF, jeweils 20 Uhr
16. Mai, Mailand, Apollo, 20 Uhr
(ohne Gewähr)

Im ARTE-Archiv gibt (oder gab) es den Film hier zu sehen: Getanztes Verlangen

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Teatro Tango

In eigener Sache: Wer kann zu „Teatro Tango“ einen Gastbeitrag schreiben?

Aufmerksame Leser dieses Blogs wissen: Die Frage, wie kann Tango seinen Platz auf der Bühne erhalten, hat in diesem Blog einen großen Raum. Theater und Tango. Das Projekt „El Sonido de las Caricias“ ist aktuell das mit liebste, es gibt aber auch mehr. Und um Missverständnisse gleich zu klären: keine Shows, keine Musicals, keine Revuen, das ist nochmal was anderes.
Und nun suche ich Beiträge zu Teatro Tango.
Mit diesem Namen arbeiten meines Wissens drei Menschen im deutschsprachigen Raum:
– Jorge Aquista aus Heidelberg, der diesen Begriff auch rechtlich geschützt hat.
– Jost Budde aus Düsseldorf
– Frauke Nees aus Karlsruhe/Buenos Aires(?)

Und nun meine Frage: Möchte jemand zur Arbeit einer der oben genannten Personen einen Gastbeitrag schreiben?
Was passiert in dieser Arbeit?
Wie wird „Tango“ verstanden, hat der Salontango eine Bedeutung?
Wenn nicht, wie wird Tango verstanden?
Ich freue mich auf Beiträge.
Entweder hier als Kommentar oder per mail an mich (tangosohle – ät – g m x punkt o r g ), dann kann ich da als eigenen Beitrag einstellen, evtl. mit Bildern, links Videos).
Ich bin gespannt!

Tango und Tanztheater – ein Zusammenspiel auf der Bühne

Nun, grundsätzlich sehe ich den Bühnentango als etwas anderes an, als den Salontango. Den meisten dürfte das klar sein. Anstrengend wird’s, wenn der Bühnentango, oder das was Lehrer/Tänzer davon verstehen, auf die Salonpiste transferiert wird. Über die Missverständnisse und deren Folgen wird an vielen Stellen im Netz und auf Papier geschrieben.
Kambras
Das Stück „El Sonido de las Caricias“ ist ein Bühnenstück, das in einem Tangosalon, auf einer Milonga spielt. Da hat der Salontango seinen Platz. Schmucke Figuren für’s Auge, ich verspreche, da wird was geboten. Klassischer und anderer Tango. Für Momente. Und das Tanztheater hat auch seinen Platz in diesem Stück. Auch ein Text. Und ein Lied. Und…. Das Stück zeigt eine Entwicklung des Geschehens auf einer Milonga, und was an Performance geschieht geht mit dieser Entwicklung mit.

In einem der Ankündigungstexte heißt es: „Im Mikrokosmos (eines Tangolokals) aus Regeln, Sozialstrukturen und einem ganz eigenen Verständnis der Rollen von Mann und Frau entwickeln sich berührende Momente zwischen den Tänzern, die sich bei allen Einflüssen von Elementen des zeitgenössischen Tanzes oder des Schauspiels immer der Wurzeln des Tangos bewusst sind.“ (Tangoprojekt.com)
Der Tango als ein eigenes gemeinschafltiches Gefüge und Geflecht, wie es so nur im Salonleben (und drumherum) auftritt. Das ist sicher der interessanteste Aspekt, den ich als Salontangotänzer in diesem Stück gesehen habe. Ich habe in manchen Szenen bekannte Situationen aus meinem Tänzerleben wieder entdeckt – und mit Vergnügen gesehen, wie diese Ideen umgesetzt werden.

Das geht natürlich über die Aussage „Tango ist ein sozialer Tanz“ heraus, die vor ein paar Jahren unter Tangowahrheitsverfechter ihre Runde gemacht haben. In diesem Stück habe ich die Begründung für diesen Satz gefunden, den ich von Verfechtern besagten Satzes nie gehört habe.

Links zu dem Stück und der Tournee

Homepage der Tanzcompanie Kambras
Bei Tango-de auf Yahoo
Ebenso bei Facebook

Wieder da: El Sonido de las Caricias – Ein Tanztheater rund um den Tango

Hoch erfreut habe ich in diesen Tagen festgestellt, dass mein liebstes Tangobühnenstück wieder im Lande ist: El Sonido de las Caricias (Der Klang der Zärtlichkeit), das mich letztes Jahr so begeistert hat und zu einigen Blogbeiträgen führte. Das soll auch jetzt (möglicherweise) zu weiteren Beiträgen führen.

Alle Beiträge zu El Sonido de las Caricias, die ich bis jetzt geschrieben habe.

Es gibt ein paar schöne Filme dieser Gruppe, die aktuellsten beziehen sich auf die anstehende Europatournee. Ich kann nur sagen: Schaut sie euch an (und geht in die Vorstellung!)

Ein „making of“ dieses Films findet sich bei Facebook (auch ohne Anmeldung/Namenseingabe sichtbar).

Der offizielle Link: El Sonido de las Caricias mit allen Tourdaten und einem Link zu Facebook (den man ohne Einloggen ansehen kann)

Klang der Zärtlichkeit

Es ist nicht ganz einfach Gedanken zu einem Stück zu veröffentlichen, dass die meisten Vorstellungen noch vor sich hat. Einerseits: Wer liest das? Wieweit beeinflusse ich mit meinen Äußerungen die inneren Bilder der Zuschauer, die das Stück noch sehen wollen? Wieweit nehme ich den Weg vorweg, den das Stück mit dem Zuschauer geht?
Andererseits: El Sonido de las Caricias (SDLC) löst noch Tage nach der Vorstellung in mir ein Kopfkino aus und hat eine angenehme Nachwirkung. Dies wünsche ich möglichst vielen Mitmenschen. Am Ende der Tour füge ich vielleicht den ein oder anderen konkreten Zusatz bei.
Sonido de la caricia
Die beiden Wörter „Tanztheater“ und „Gonzalo“ lösten in mir eines aus: Alles für einen Besuch möglich zu machen (immerhin mit über 200km Fahrt verbunden) und im Vorfeld nichts über das Stück, den Hintergrund in Erfahrung bringen. Zu gut erinnerte ich mich noch an die Shows in Halle, an die Kreativität von Solange & Gonzalo, und war überrascht, Elemente davon in El SDCL wieder zu erkennen.
Mich erwartete aber wirklich keine Show – auch wenn Showelemente Bestandteil des Stückes sind. Tango ist hier nicht Inhalt sondern Medium, um eine Geschichte zu erzählen. Über den Tango. Über eine Sichtweise des Tango. Über Facetten des Tango. Facetten des Lebens. Themen der Bühne, neu gespielt.

Manchmal überschlägt sich die Sprache, schafft einen Satz nicht zu Ende, punktiert, stottert, schmeißt gerade mal ein kurzes Gestenphonem oder Bewegungsmorphem ein und – verliert sich plötzlich wieder in der Weite endloser Adjektivierungen ohne einen Punkt zu finden. Mal schreien Schritte sich in den Mittelpunkt, mal geschehen die entscheidenden Dinge flüsternd oder lallend am Rande. Manchmal geschehen diese Stränge parallel und es lohnte sich für mich, auch die Ecken der Bühne im Blick zu behalten, dort, wohin gerade kein Scheinwerfer hinleuchtete. Was dort geschah führte mich klarer zu den nachfolgenden Szenen hin. Was aber nicht verhinderte, dass ich mich mindestens einmal gewaltig täuschen ließ. Und mir zeigte, dass dieses Stück ganz gehörig die Klaviatur der Emotionen bedient.

Klang der Zärtlichkeit erzählt von einer Suche. Ob und wo der Zuschauer ihn findet, wird an dieser Stelle nicht verraten.
Nach der Vorstellung und einer Umbaupause gab es noch eine Milonga, auf der die Akteure sich äußerst publikumsnah zeigten. Sie waren im persönlichen Gespräch genauso da, wie als Tangueros auf der Piste.
Einen Tipp möchte ich den Zuschauern noch geben: Erfreulicherweise wird der Text in deutscher Übersetzung auf eine Leinwand geblendet. Es lohnt sich, bei der Platzwahl diese Leinwand im Blick zu haben.
Was gäbe es noch zu erzählen: Gute Gastgeber, sauber arbeitendes Licht und Ton, Akteure des Stückes, die vor der Aufführung die Bar entlasteten, indem sie bedienten.
Dass das Wort „herausgeputzt“ mehr als einmal auftauchte, gehört jetzt mal zu einer ganz persönlichen Bloganekdote. 🙂

Zeitungsartikel
Alle Termine, Infos, etc.

Bühne frei

Tango und Bühne – das ist für einen Tanguero schon ein schwieriges Verhältnis. Ich könnte jetzt einiges schreiben, worüber ich eigentlich kein Wort verlieren möchte: Shows mit den Erzählthemen Schiff, Messer, Hure, Saccadafeuerwerke, geklonte Vorführungen, etc.
Ab und zu möchte ich nun von Bühnenwerken erzählen, die mich in den letzten Jahren nachhaltig beeindruckt haben. Wo der Tango nicht Inhalt sondern Mittel war, um etwas auszudrücken.

In den nächsten Wochen tourt nun die Truppe um Gonzalo Orihuela mit ihrem Stück „El Sonido de las Caricias – Der Klang der Zärtlichkeit“ durch die Lande.
Stuttgart, Luzern, St. Gallen, Halle Wuppertal, Hannover, Passau, Regensburg sind die Stationen.
Bei Gonzalo und Solange habe ich schon schöne Workshops gemacht, jetzt bin ich sehr gespannt auf ihr Tanztheaterstück.
Cassiel hat in der aktuellen Ausgabe von Tango Danza eine Vorbesprechung geschrieben.
Details zu den Terminen und Spielorten auf der Homepage. Luzern ist bereits ausverkauft!

Wer zu spät kommt,…

… für den hat das Tangoleben mehr als genug noch übrig….
Es war einmal die Idee eines Tangofestivals, das anders sein sollte. Ein Camp mit Zelten und Schlafsälen und ohne Kristalleuchter. Ein Ort, an dem die einen Tangueros ihrer Kreativität ihren unkonventionellen Ideen austoben konnten. An einem Ort, den die regionale Jugend aufgrund der Schildkröte kennt. Wenige haben sich dafür interessiert. Ganz am Anfang. „Das Woodstock des Tango“, so raunte man quer durchs Land, aber damit konnte man Anfang des 21. Jahrhunderts keine Katze mehr hinterm Ofen vorlocken. Letztlich wurde dieses Tangocamp
Phantastango by nightvon den Gästen überrannt und dies setzt sich Jahr für Jahr fort. Eine Erfolgsgeschichte im Tango und die Organisatoren dürfen sich nun auch um die Steuerung des Besucherandrangs kümmern. Phantastango geht nun in die fünfte Auflage, die Plätze waren innerhalb einer Stunde komplett ausgebucht. Man konnte online das Dahinschmelzen der freien Plätze mit verfolgen und muss sich nun überlegen, ob Phantastango von seinem Erfolg überrollt wird. Unfassbar für viele Veranstalter, die immer wieder zittern, ob ihr Festival überhaupt stattfinden kann. Wer jetzt keinen Platz bekommen hat und sich nach Phantastangofeeling (oder einem Teil davon) sehnt, dem lege ich folgende Veranstaltungen (ohne Gewähr, Versprechen) ans Herz:
Auftakt Veckenstedt, mehrmals im Jahr
Tangosause Bremen, Herbst
Ponderosa-Ranch, Sommer
Taboe Camp, Sommer, Winter
– Diverse Tangomarathons, überall und immer wieder
– … Weitere Vorschläge sind willkommen.

Ansonsten gilt: Gründet eigene Phantastangos!

Die für mich wichtigsten Kennzeichen von Phantastango:

  • Tanzen, Schlafen, Essen an einem Ort
  • Mitgestaltung der Teilnehmer an der Gestaltung: Programm, Küche, Sauberkeit
  • Der Veranstalter stellt den organisatorischen und infrastrukturellen Rahmen und regt die Teilnehmer zur Mitorganisation an.
  • Die Teilnehmer lösen auftauchende Probleme und Aufgaben in erster Linie selbstständig.
  • ….

(Tangosohle ist mit keiner der genannten Veranstaltungen verwandt, verschwägert oder daran beteiligt. Höchstens hie und da möglicherweise als Tänzer und aktiver Teilnehmer)


… und seit wann

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