Archive for the 'Auch das noch!' Category

Tango und Fußball

Es ist nicht zu übersehen: Der Fußball wirkt in diesen Tagen nicht nur auf das öffentliche Leben, er lässt auch beim Tango seine Spuren. In diesen Wochen scheint es nicht ganz so volle Tanzflächen zu geben …
Ich verweise mit Vergnügen auf einen Artikel, den ich vor 4 Jahren geschrieben habe. Vor dem Ball ist nach dem Ball
Ein weiterer Ansatz, den Fußball in eine Tangoshow mit hinein zu nehmen, gestalten hier Enrique und Judita (El sueno del pibete)

Auf Facebook habe ich noch dieses sehr nette Video entdeckt.
Tangosommer
von Giovanni Pandullo.

Advertisements

Lavatanssi

In fremden Gärten wachsen ja immer die besseren Früchte. Ganz besonders in Finnland, da soll ja fast alles toller sein. Ich war noch nie dort und bin über Medieninputs regelmäßig beeindruckt. So auch letztens, als ich etwas über die Lavatanssi gelesen habe. Das sind Tanzböden neben Hotels und Gaststätten, auf denen auch Tango getanzt wird. Es scheint nun aber so zu sein, dass diese Tanzböden auch an Autobahnparkplätzen aufgebaut sind. Man stelle sich das mal vor:
Lange Autofahrt, Müdigkeit, Parkplatz, rechts raus. Statt Körperleerräume zu befüllen bewegt man sich auf die Tanzfläche und legt mal ne flotte Sohle hin. Danach geht’s weiter.

Etwas ähnliches habe ich mal erlebt, da fuhren wir zu zehnt durch halb Deutschland auf eine Hochzeit. Da wir wussten, dass dort Salsa getanzt wird und eine Mitfahrende dieses Tanzes kundig war, machten wir auf einem Parkplatz eine Schnelleinführung in den Salsa. Das hob ohne Zweifel unsere Stimmung der Vorfreude, dass wir ziemlich viel zum Gelingen der Feier beitrugen. Für den Salsa waren wir zwar motiviert aber nicht fähig genug. Machte nix.
Das wär doch mal eine Vorstellung: An vorerst jedem zweiten Parkplatz eine Tanzfläche zur Aufmunterung der Reisenden.

Woher kommt die Musik? Und wenn man ohne Partner kommt? Hat jemand von euch Mitlesenden das in Finnland schon mal gesehen?

Vor dem Ball ist nach dem Ball

Tango und Fußball? Muss sein, also bringen wir’s hinter uns.
Für mich als europäischen Tanguero passen der derbe Sport und die feinfühlige Bühnenkunst ja höchstens spaßeshalber zusammen. Sicher mag hier der ein oder andere die Nase rümpfen und sich fragen, Muss das sein? Ich habe den Eindruck, ein Argentinier egal welchen Alters, kann einer solchen Abgrenzung schwer folgen. Beides scheinen wichtige Bestandteile einer argentinischen Identität oder Kultur zu sein.

  • Eduardo Aguirre soll einst ein großer Fußballspieler gewesen sein, heißt es in dem Nachruf, als dieser im Frühjahr im Alter von 71 Jahren verstarb. Uns ist er jedenfalls als Tänzer bekannt.
    http://www.youtube.com/results?search_query=eduardo+aguirre+tango+apilado&aq=f
  • Der Fußballverein Tango FC in Newcastle besinnt sich auf Kernwerte des Tango und überträgt diese auf den Fußball.
  • Ein interessanter Aufsatz mit einem Verzeichnis an 47 Tangotiteln mit Fußballthema findet sich hier.
  • Das bekannteste aktuelle Stück zum Thema ist natürlich La Gloria von der neuen Gotan-Scheibe. Elbnymphe war im Berliner Konzert und hat dieses Stück besprochen.
  • Diese Tangoshow von Ruben und Sabrina finde ich immer wieder auf Homepages und ist sicherlich auch vielen Lesern dieses Blogs bekannt. Ein nettes Spiel.
  • Hier dominiert offensichtlich die Idee, Bühnentango irgendwie mit Fußball zu verbinden. (Tango emotion(?) im Grand Theatre Shanghai)
  • Die männlichen Tänzer stecken hier im Fußballerdress, die Rolle des Fußballs ist neu besetzt. Was den Ball als solchen aufwertet, der eben mehr ist als nur ein Sportgerät.
  • Ich habe noch eine Reihe weiterer ulkiger Filmchen gefunden, für die ich an dieser Stelle auf die bekannten Videoportale und den Sucheintrag
    Tango+Fußball/fútbol/soccer/maradona/La boca verweise
  • Zum Abschluß noch ein, wie ich meine, richtig guter Werbefilm vom Mai dieses Jahres. Da haben natürlich auch Kamera und Schnitt ihr Handwerkzeug dazu gegeben.

Männer auf die Piste!

Eine in der Tangogemeinschaft immer wieder diskutierte Frage ist ja, wie lässt sich das Ungleichgewicht zwischen tanzenden Männern und Frauen angleichen. Dazu gibt es auch mal mehr oder weniger kreative Ideen, wie das bewerkstelligt werden kann. Nun habe ich ein Kursmodell gefunden, das mich schon arg schmunzeln lässt.
Ob der Veranstalter sein Ziel erreicht, und diese Idee zur Nachahmung empfehlen wird, das kann er uns vielleicht nach dem letzten Kursabend verraten 😉


Tango – Anfängerkurs für Männer unter 30!
(…)
Tanzen lernen mit erfahrenen Tänzerinnen (einige sind bereits vorhanden, über weitere würden wir uns sehr freuen; für euer Engagement müsst ihr natürlich nichts bezahlen)!!!

* 3 Wochen intensiv Kurs
* Di/Mi 8./9., 15./16., 29./30. Juni
* 6 x 1,5 Stunden
* 50 Euro für Männer; wenn alle Stunden besucht werden, gibt’s euer Geld zurück (abzüglich Raumgebühren)!!!

Elbnymphes Tangobasics

Vor dem Ocho und den weichen Knien sind Stehen und Gehen wichtig. Auf dieser Milonga (pardon meinen alten Kommentar, es ist auf einer Milonga!) macht Elbnymphe mit einer Tanzfreundin die Stehübung. Das Knie ist deutlich weich.

(Dies ist eine Antwort auf Elbnymphes Workshopbericht)

Echter Tanzautomat

Es gibt ihn also, den Tanzautomat. Für wen, das überlasse ich der Phantasie der geschätzten Leser.

Auf der letzten Reise, da griff ich neulich dann doch zur Bahnillustrierten, und siehe da: In der Roboterforschung ist am Rande auch der Tanzautomat ein Thema. Warum das Paradestück allerdings eine Tänzerin sein soll, verschließt sich meiner Erkenntnisfähigkeit.

Da gefallen mir die Zwerge mit ihren japanischen Fächern doch besser, da sie mit ihrer Vorführung etwas authentischer herüber kommen.

Offensichtlich auf einer russischen Messe wurde dieser Gruppentanz aufgeführt.

Und dann fand ich noch diesen Paartanz auf der Straße.

Am obligatorische Musiktitel zum Thema führt kein Weg vorbei, mit einem Touch
Das ist die zweitschönste Version, die ich kenne. Die schönste höre ich gerne im Dalia, das ich viel zu selten besuche.

Ein Cabeceo über den Gartenzaun

Nun also wieder der Beitrag am Dienstag. Ich halte den Cabeceo für ein spannendes Thema, den ich heute in einem weiteren Beitrag beleuchten möchte. Neben dem Tango gibt es den Cabeceo auch im Fußball (v.a. dem südamerikanischen), in den kirchlichen und höfischen Kulturen der letzten Jahrhunderte sowie in der einfachen Robotertechnik, das ist schon ein weiter Bogen.

Das Wörterbuch sagt dazu „das Nicken„, und diese Kunst wird dem Hauptakteur von guten Freunden beigebracht.

Auch ohne Sprachkenntnisse dürfte das zu verstehen sein. Dies erinnert mich an die Geschichten meiner Jugend, in denen von den Cabeceos während des sonntäglichen Kirchgangs in früheren Zeiten erzählt wurde. Dies muss wohl mindestens in der Gegend von Oberbayern bis Sizilien und Andalusien Usus gewesen sein, die Kirchenschiffe waren ja nach Frauen und Männern getrennt.

Das dazugehörige Verb heißt cabecear. Auch wenn es „Leo“ mit dümpeln übersetzt, „cabecear un balon“ – einem Fußball zunicken – macht schon Sinn, wie dieser Beitrag zeigt:

Dem Fußball zunicken klingt einfach anders als köpfen, wie wir einst als Jungs sagten. Spannend ist die Vorstellung, die Energie des hier gezeigten Fußball-Cabeceos in die minimale Bewegung des Tango-Cabeceos hineinzunehmen.

Und nun zum Ingenieurwesen: Ein Bastler hat sein Robotermodell so konstruiert, dass die äußeren Bewegungsteile sich regelmäßig zunicken. Daher heißt dieses Motorenlaufmuster die „Cabeceo-Cabeceo-Konfiguration“, die „sich zunickende Steuerung“

Für die Milonga wäre das ein ziemlich verzweifelter Cabeceo und es verstößt sicher gegen die heimlichen Regeln, mit einer solchen Unbeirrtheit nach einer Tanguera zu suchen. Ich muss wohl den Lesern, die diesen Blog gefunden haben, nicht groß erklären, dass neben dem Tango der Fußball wesentlich zur argentinischen Identität beiträgt.


… und seit wann

Dezember 2017
M D M D F S S
« Jun    
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

Neue Beiträge gibt's per Email

Schließe dich 11 Followern an

wordpress counter