Warum auch immer ich diese Begriffe zusammen bringe, merkwürdig genug mag es klingen: Dom, Tango, Haut.
Ein schönes Erlebnis, das ich hier gerne teile.

Ich war in einer fremden Stadt und besuchte die berühmteste Kirche der Stadt. Die mal Dom, mal Münster und südlich der Alpen auch schon mal Kathedrale heißt. Diese hier angeblich im Barockstil gebaut, doch die Wirkung auf mich ist bei gotischen oder romanischen Bauten ähnlich, solange die Architektur das Hauptmerkmal ist. Da nehme ich häufig die Gewölbe, Säulen, Streben, Mauern und Fenster wie eine weitere Haut von mir wahr. Manchmal mehr, manchmal weniger, es hat immerhin etwas Großes. Nun, ein Orgelkonzert stand hier auf dem Programm, danach eine Milonga ein paar Bushaltestellen weiter. Die Töne krochen unter meine erwähnte erweiterte Haut und zogen mich mal hierhin, mal dorthin. Manch gefestigte Strebe und Säule verband sich mit mir. Gelegentlich meinte ich mich an ein Gedicht von Hermann Hesse über den Klang von Musik zu erinnern, jedoch nicht an den Titel, das mir eine Spur zu wortgewaltig vorkam.
Kurzum: Das Orgelkonzert im Sakralbau füllte meinen Körper auf und so betrat ich kurze Zeit darauf den Tanzsaal.
Ein schöner Tanzabend mit einer neuen und spannende Erfahrung schloß sich an.
Archiv der Kategorie 'Ein Freitagswurf'
Der Klang in den Streben
Veröffentlicht Juli 2, 2010 Ein Freitagswurf , Orte Hinterlasse einen KommentarSchlagworte: Musikwahrnehmung
Wochenendklänge: Beautiful Tango (Hindi Zahra)
Veröffentlicht Juni 25, 2010 Ein Freitagswurf , Tonfüße 4 KommentareSchlagworte: Blue Note, Hindi Zahra
Auf Hindi Zahra wurde ich erstmals in einem Beitrag bei Elbnymphe aufmerksam. Sie beschrieb die Musikerin als Highlight des recht heterogenen Radionachtprogramms während einer nächtlichen Automitfahrt durch halb Deutschland, wenn ich recht erinnere.
Beautiful Tango wurde für mich zum Ohrwurm der letzten Monate. Einfach so schön!
Zu Hause läuft das ständig und ich lasse keine Möglichkeit aus, dieses Song auf Milongas, Tangofrühstücks etc. aufzulegen. Der Effekt: Keiner bleibt sitzen, die Tanzfläche ist voll und ich werde rasch gefragt, was das denn für ein Stück sei. Wer keinen Tangopartner findet lässt sich lieber alleine von der Musik bewegen als wartend herum zu sitzen.
Ein wunderbares Stück.
Kein Tango. Aber tanzbar.
Der Bluescharakter ist stark.
„Wie bei einem marokkanischen CousCous: alles kommt rein und wenn man die richtige Dosierung findet, passt es dann passt es auch tatsächlich zusammen.“ sagt sie in einem Interview. Vielleicht nicht alles aber zumindest Sintimusik, Jazz, afrikanischer Polyrhythmus, die Musik der Berber. Als Nomadin zwischen Orient und Okzident bezeichnet sie sich, ihre familiären und auch künstlerischen Wurzeln liegen in beiden Regionen (auch wenn diese Gegenüberstellung heute nicht mehr so gültig ist wie Ende des 19. Jahrhunderts).
Interview “Die Presse”
Interview “Le Parisien”
Interview Deutschlandfunk
Dass Stand up, ebenfalls aus dem Debutalbum Handmade in der Werbung angekommen ist, habe ich erst im Laufe der Entstehung dieses Beitrags erfahren. Vielleicht sehen Tangotänzer keine Fernsehwerbung, statt dessen tanzen sie auch auf dieses Stück lieber als auf dem Stuhl oder an der Bar zu bleiben.
Lavatanssi
Veröffentlicht Juni 18, 2010 Auch das noch! , Ein Freitagswurf Hinterlasse einen KommentarSchlagworte: Finnland, lavatanssit
In fremden Gärten wachsen ja immer die besseren Früchte. Ganz besonders in Finnland, da soll ja fast alles toller sein. Ich war noch nie dort und bin über Medieninputs regelmäßig beeindruckt. So auch letztens, als ich etwas über die Lavatanssi gelesen habe. Das sind Tanzböden neben Hotels und Gaststätten, auf denen auch Tango getanzt wird. Es scheint nun aber so zu sein, dass diese Tanzböden auch an Autobahnparkplätzen aufgebaut sind. Man stelle sich das mal vor:
Lange Autofahrt, Müdigkeit, Parkplatz, rechts raus. Statt Körperleerräume zu befüllen bewegt man sich auf die Tanzfläche und legt mal ne flotte Sohle hin. Danach geht’s weiter.

Etwas ähnliches habe ich mal erlebt, da fuhren wir zu zehnt durch halb Deutschland auf eine Hochzeit. Da wir wussten, dass dort Salsa getanzt wird und eine Mitfahrende dieses Tanzes kundig war, machten wir auf einem Parkplatz eine Schnelleinführung in den Salsa. Das hob ohne Zweifel unsere Stimmung der Vorfreude, dass wir ziemlich viel zum Gelingen der Feier beitrugen. Für den Salsa waren wir zwar motiviert aber nicht fähig genug. Machte nix.
Das wär doch mal eine Vorstellung: An vorerst jedem zweiten Parkplatz eine Tanzfläche zur Aufmunterung der Reisenden.
Woher kommt die Musik? Und wenn man ohne Partner kommt? Hat jemand von euch Mitlesenden das in Finnland schon mal gesehen?
Wochenendklänge: Coultergeist
Veröffentlicht Juni 11, 2010 Ein Freitagswurf , Tonfüße Hinterlasse einen KommentarSchlagworte: Coultergeist, Las Sombras, Phil Coulter
Dieses Stück aus Phil Coulters CD Highland Cathedral – so eine Art schottische Messe – ist irgendwie durch experimentierende DJs in die Milongas gekommen und aus einem mir nicht erklärbaren Grund dort auch geblieben. Eine leichtläufige, meist einstimmige Klaviermelodie im 2/4 mag nach nichts Aufregendem klingen. Der Pfeffer sind die abrupten Pausen, die ganz plötzlich bei Hörern, Tänzern und auf der Tanzfläche eine Spannung erzeugen, die rasch wieder aufgelöst wird. Eine dem Original halbwegs nahe kommende Fassung ist hier von einem Menschen namens 25dec18
Er schreibt, die Noten seien recht leicht per Selbststudium zu erlernen.
Aber eigentlich würde ich dieses Stück hier gar nicht erwähnen, hätte ich es nicht kürzlich auf der neuen CD von Las Sombras wieder entdeckt. Die Aufnahme mit dieser komischen Melodica, ist erfrischend und gefällt mir einfach gut, zahlreiche Tanzflächen haben sie schon gerne angenommen.
Ein besonderer Ort
Veröffentlicht Juni 4, 2010 Ein Freitagswurf , Orte 1 KommentarSchlagworte: Historisch


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